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Kambodscha

Wat Phnom: Das Kloster auf dem Hügel im Zentrum Phnom Penhs

Wat Phnom liegt auf einer Anhöhe mitten in Phnom Penh. Das Wat ist Teil der Gründungsgeschichte Phnom Penhs und gab der Stadt ihren Namen. Der Legende nach wurde der Hügel von Menschenhand zu Ehren Buddhas geschaffen. Auf seinem Gipfel befinden sich mehrere Heiligtümer. Allein der Besuch Wat Phnoms soll Glück bringen.

Foa dollaaa, Sir!

Der Verkehr brandet um Wat Phnom, das von einem riesigen Kreisverkehr umzingelt ist. Selbst Italienern dürften die Haare zu Berge stehen angesichts des Verkehrschaos. Wir hätten uns wahrscheinlich vorsichtig in Spiralen zum Zentrum des Kreisels vorgearbeitet. Doch Pros ficht das Gewühl nicht an. Unerbittlich steuert er quer durch den Verkehr auf die große Insel zu.

Wir klettern aus dem Tuk-Tuk und Pros weist uns den Weg zum Kassenhäuschen. Für Ausländer kostet der Eintritt zwei Dollar. Wir warten vor dem Fenster des Häuschens, dessen Personal vor der Tür einen Plausch hält.

Wir lächeln die beiden Frauen an, worauf sie überhaupt nicht reagieren.
Wir versuchen es mit einem »Hello«, was die beiden aber nicht wahrnehmen.
Wir scharren mit den Füßen, erhalten allerdings noch immer keine Reaktion.
Wir entfernen uns vom Kassenhäuschen. Plötzlich bricht Betriebsamkeit aus. Eine der beiden stürzt ans Fenster und verlangt: »Foa dollaaa, Sir!«

Eine Frau und vier Buddhastatuen

Wir stehen vor einer steilen Treppe, die von Nagas, den hinduistischen Wächterschlangen, gesäumt ist. Die Treppe führt hinauf zu den Heiligtümern von Wat Phnom. Die Infotafel an der Treppe ist in Khmer verfasst. Das Wat ist keine Touristenattraktion, sondern fest im religiösen Alltag verankert. Der Legende nach befinden wir uns auf heiligem Boden, um den herum die Stadt Phnom Penh gegründet wurde:

Eines Tages fand eine Frau namens Penh vier Buddhastatuen am Ufer des Mekong. Um diese zu ehren, schüttete sie mit ihren eigenen Händen einen Hügel auf und baute auf diesem eine Pagode zur Aufbewahrung der Figuren. Soweit die Legende. Phnom Penh heißt nichts anderes als »Berg der Frau Penh«, Wat Phnom bedeutet Bergkloster. Noch heute wird die Mutter der Stadt verehrt. Ihr zu Ehren steht im Wat Phnom ein kleiner Altar.

Vorbei an von Bäumen umrankten Stupas erklimmen wir die Stufen zum Gipfel von Wat Phnom. Am Kopf der Treppe erhebt sich die Pagode. Um sie herum herrscht reges Treiben. Wir stoßen auf eine bunte Menschenmenge, die sich auf der Anhöhe versammelt hat: Orange gewandete Mönche vermischen sich mit Laien, vereinzelte Ausländer mit Kambodschanern.

Stupas in Wat Phnom

Die Könige von Wat Phnom

Hinter der Pagode ragt eine riesige Stupa auf. Sie gehört Yats, einem König, der vor über 500 Jahren regierte und im Jahr 1434 die Stadt Phnom Penh gründete. Die große Stupa von Wat Phnom enthält seine Asche. An der Stupa herrscht reger Verkehr: Kambodschaner umrunden sie im Uhrzeigersinn, da dies Glück verspricht.

Wir verlassen das Plateau über eine kleine Nebentreppe und umrunden Wat Phnom auf halber Höhe. Dem Gelände sieht man das jahrhundertelange Bauen und Umbauen an; Wat Phnom beherbergt die unterschiedlichsten Baustile und Techniken. Unterhalb der großen Stupa steht der Altar der Frau Penh und ein Heiligtum zu Ehren Preah Chaus, das vor allem von Vietnamesen und Chinesen aufgesucht wird. Etwas weiter entdecken wir das Denkmal zu Ehren König Sisowaths:

Im Jahr 1907 gab Thailand drei jahrzehntelang annektierte Provinzen zurück an Französisch-Siam, dem heutigen Kambodscha. Eine goldene Statue des damals regierenden Königs Sisowath erinnert in Wat Phnom an dieses Ereignis. Sisowath wird von drei Frauen und einem Soldaten flankiert. Die Frauen symbolisieren die Provinzen Battambang, Siem Reap und Sisophon.

Spirituelles Zentrum der Stadt

Wat Phnom ist in das spirituelle Alltagsleben der Menschen fest eingebunden. Sie besuchen die Heiligtümer und treffen im umliegenden Park Freunde. Überall sitzen und stehen Menschen und verbringen ihre Freizeit zusammen. Auf dem Kreisverkehr zu Füßen Wat Phnoms wird es plötzlich laut: Eine Demonstration bahnt sich pfeifend und skandierend ihren Weg durch den Verkehr.

Eingang zur Pagode auf dem Gipfel von Wat Phnom

Vielerorts warten Dutzende kleiner Singvögel in engen Käfigen auf Käufer. Ein Vögelchen zu kaufen und ihm die Freiheit zu schenken wird einem Buddhisten als gutes Werk angerechnet. Erstaunlicherweise gilt das Fangen und Einsperren der Tiere nicht als schlechte Tat.

Eine unverhoffte Attraktion entdecken wir an der Straße um Wat Phnom. Entlang der Fahrbahn sind Bilder des französischen Künstlers Laurent Chehere ausgestellt, die Fotomontagen fliegender Häuser zeigen.

Pros sammelt uns am Rand des riesigen Kreisverkehrs ein, der Wat Phnom umfließt, und wir fahren zurück in die Richtung aus der wir kamen – zum Königspalast.

Unsere Bewertung

Wat Phnom ist keine Touristenattraktion, sondern ein mit dem Alltag der Kambodschaner verwobenes Heiligtum. Es gibt viel zu entdecken auf dem Klosterberg. Wer allerdings spektakulären Pomp oder antike Baukunst erwartet, wird enttäuscht. Das Wat ist ein lebendiger Ort, der sich mit dem Zeitgeist wandelt.

Auf der Landkarte

  1. Wat Phnom

    Zwischen Rue de France und Norodom Boulevard
    Phnom Penh

Tipps und Erfahrungen

  • Für Ausländer kostet der Eintritt 2 $, für Kambodschaner ist er frei.
  • Im unteren Bereich des Parks tummeln sich aufdringliche Bettler.

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