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Kambodscha

Mit dem Tuk-Tuk durch Phnom Penh

Tuk-Tuks sind die für Südostasien typischen Motorradrikschas. Den Namen verdanken sie der lautmalerischen Interpretation ihres tuckernden Motorengeräuschs. Ein Tuk-Tuk besteht aus Moped und Anhänger mit zwei Sitzbänken. Als Sonderausstattung gibt es manchmal Regenrollos, um die vier bis sechs Fahrgäste vor den Sturzfluten des Monsuns zu schützen. 1.500 Dollar kostet ein Tuk-Tuk, eine Investition, die sich bereits nach einem Jahr auszahlt.

Morgendlicher Ausritt

Es ist kurz vor neun Uhr und wir knattern in einem Tuk-Tuk durch Phnom Penh. Gestern Abend sind wir nach einem verschlafenen Flug in Kambodscha angekommen, direkt ins Hotel gefahren und dort erneut in Tiefschlaf verfallen. Flug und Kurzbesuch in Korea hatten ihre Spuren hinterlassen.

Doch jetzt fahren wir auf der Suche nach Hausnummer 67 die 240ste Straße entlang. Der Stadtplan von Phnom Penh ist schachbrettartig aufgebaut. Die Straßen sind der Einfachheit halber durchnummeriert.
»Street 240, right?«, fragt unser Tuk-Tuk-Fahrer, der sich als Pros vorgestellt hat.
»Street 240!«, bestätigt Darius.
»The Cambodia Cooking Class«, ergänze ich.
»Ah, yes, yes«, nickt Pros und starrt angestrengt auf die Häuserparade rechts der Straße. Eine Gebäude nach dem anderen zieht vorbei, von Nummer 67 fehlt allerdings jede Spur.

Quer über den Norodom Boulevard

Die 240ste Straße kreuzt den Norodom Boulevard, der überquillt von Mopeds, Tuk-Tuks und wuchtigen Autos. Ampeln und Vorfahrtsschilder sucht man hier vergeblich. Wer wartet oder zögert, hat keine Chance; der Verkehr fließt stetig und reißt alles mit sich. Jeder Kurswechsel muss erkämpft und verteidigt werden. Auch nach einigen Asienreisen ist das wuselnd-chaotische Verkehrstreiben immer wieder beeindruckend. Kenner geben uns den Tipp, im Verkehr immer im »Flow« zu bleiben, uns also mit den anderen Fahrzeugen zu bewegen und nicht gegen sie. Weitaus häufiger hören wir jedoch den Tipp, uns chauffieren zu lassen.

Pros lenkt sein Tuk-Tuk unerbittlich in das Getümmel. Die Fahrzeuge um uns herum bremsen, zucken, warten, weichen aus. Das Tuk-Tuk arbeitet sich dezimeterweise durch die widerwillig stockende Verkehrsflut. Augenblicke später erreichen wir die gegenüberliegende Straßenseite und lassen die hupende und röhrende Meute hinter uns.

Which number again?

»Which number again?«, fragt Pros, der Tuk-Tuk-Fahrer.
»Number 67!«
»Ah, number 67, yes, yes.«
Mittlerweile versuchen drei Augenpaare, Nummern an den Gebäuden zu entdecken. Haus für Haus lassen wir zurück. Wir erreichen eine weitere Querstraße, Pros lenkt sein Gefährt auch dieses Mal unbekümmert durch den Verkehr. Die Häuser rechts und links der Straße werden kleiner, wir entfernen uns vom touristischen Zentrum um den Königspalast.

Pros beugt sich nach vorne, um besser unter dem Baldachin seines Tuk-Tuks hervorspähen zu können. Doch der Erfolg bleibt aus, wir sind am Ende der 240sten Straße angelangt. Pros wendet.
»Street 240?«, fragt er über die Schulter. »Number 64?«
Darius fischt einen Ausdruck aus seiner Tasche. Pros Augen leuchten, als ob er Gold gefunden hätte. Er bremst und schnappt sich das Papier.
»Street 240, Number 64«, murmelt er und wiegt nachdenklich den Kopf. Hilfesuchend sieht er sich um.

… und retour

Am Straßenrand klaubt ein zerlumpt gekleideter Mann Plastikflaschen und Folien auf und verstaut diese in seiner Handkarre. Pros ruft etwas auf Khmer und wedelt wild mit der Hand. Ein Europäer würde aus dieser Geste schließen, dass er sich schleunigst hinfort scheren soll. Doch der Mann kommt zu uns herüber. In Kambodscha – wie fast überall in Asien – winkt man, indem man mit der Hand nach unten schaufelt.

Pros schildert dem Mann auf Khmer, er müsse zwei sonderbare Westler beim Kochkurs abliefern, aber die Kochschule sei verschwunden. Oder so ähnlich. Der Entsorgungsfachmann deutet in die Richtung, aus der wir zuvor kamen. Pros’ ahnungsloser Gesichtsausdruck wechselt über zu heller Erleuchtung. Er bedankt sich und dreht beherzt den Gasgriff durch. Unserem Kochkurs in der Cambodia Cooking Class steht nichts mehr im Weg.

Tipps und Erfahrungen

  • Vor dem Einsteigen sollte der Preis unbedingt verhandelt werden. Sitzt man bereits im Tuk-Tuk oder fährt gar schon, wird es garantiert teurer.
  • Eine Fahrt kostet zwei Dollar. Für längere Strecken werden drei Dollar fällig. Bei mehr als zwei Personen fordern die Fahrer meistens einen Dollar pro Person, was allerdings schnell auf die übliche Summe herunter gehandelt ist.
  • Ein ganzer Tag ist für 15 bis 20 Dollar zu haben. Der Fahrer wartet dann an den Zwischenstopps geduldig, bis es zur nächsten Station geht. Vor den touristisch interessanten Stellen tummeln sich stets viele Tuk-Tuks, die auf Kundschaft warten. Es ist problemlos möglich, für jede Strecke ein neues Tuk-Tuk zu organisieren.

Kommentare zu diesem Artikel

Verena schrieb am

Hier eine Empfehlung für einen sehr netten Tuk Tuk Fahrer in Siem Reap. Egal ob Flughafen Transfer, Tempel-tour oder andere Touren ins Umland, Socheat Than ist sehr nett, spricht gut englisch und bringt euch überall hin. z.b. kleine oder große Tempelrunde je 15 Euro wenn ihr schon früh los wollt, sprich Sonnenaufgang dann plus 5 Euro, einfach via Facebook anschreiben und alles ausmachen, er ist sehr zuverlässig. Viel Spaß.

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