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Kambodscha

Auf Street-Food-Tour mit Delicious Deborah

Am späten Nachmittag taucht in Siem Reap ein Essenstand nach dem anderen auf. Feuer werden geschürt, Gemüse geschnitten und allerlei tierische Produkte frittiert. Für den westlichen Besucher scheint es undurchsichtig, wo sich welches Angebot findet und was es zu beachten gilt.

Wir entscheiden uns für eine Street-Food-Tour, einem Angebot, das die Inhaberin des River Garden Boutique Hotels gerade neu entwickelt. Es ist später Nachmittag als wir am Hotel eintreffen und von einer Dame begrüßt werden, die sich als »Delicious Deborah« vorstellt. Die nächsten zwei Stunden werden wir zusammen mit ihr die Street-Food-Märkte in Siem Reap durchstreifen.

Zu dritt klettern wir ins hoteleigene Tuk-Tuk und starten unseren kulinarischen Ausflug. An diesem Abend hat sich außer uns niemand für die Street-Food-Tour entschieden. Bingo!

Die Street-Food-Tour wartet auch mit gewagten Speisen auf: Die Schlangen wurden im Ganzen frittiert, die gelben Bällchen sind Schlangeneier.

Mit dem Tuk-Tuk auf der Suche nach authentischem Street Food

Schon wenige Straßenecken weiter stoppen wir das erste Mal. Es duftet nach gebratenem Fleisch und glimmenden Holzfeuern. Überall brodelt und brutzelt es. Wir entscheiden uns für gegrillten Schweinebauch, der klein geschnitten mit Grünzeug in einer Plastiktüte landet.

Es soll nicht die einzige Tüte bleiben: Gleich ums Eck erstehen wir kleine, krosse Fladen aus frittierten Shrimps. Keine fünf Meter weiter weht uns süßer Gebäckduft in die Nasen. Eine Händlerin hat frische Waffeln im Angebot, die sie in gusseisernen Waffeleisen über Holzglut bäckt. Auch hier wechselt eine Tüte den Besitzer.

So unscheinbar wie lecker: Krosse Fladen aus frittierten Shrimps

Mit dem Tuk-Tuk geht es weiter, es dunkelt bereits. Deborah ermuntert uns, die Waffeln gleich zu kosten. Sie schmecken himmlisch! Mit einem wohligen Gefühl im Magen klettern wir aus dem Gefährt, um weiteres Gebäck zu kaufen. Die Auswahl an Baguettes, Brioches und Keksen scheint untypisch für Südostasien, ist aber das Erbe der französischen Kolonialzeit. Dieser ist auch der Hochbetrieb am Crêpes-Stand geschuldet. Im Akkord bäckt der Besitzer dünne Pfannkuchen und bestreicht sie wahlweise mit süßer Kokoscreme oder Schokoladensauce. Wir kaufen einen Crêpe und verputzen ihn an Ort und Stelle.

Das Street-Food-Herz von Siem Reap

Mittlerweile ist die Nacht hereingebrochen und wir fahren weiter zu einer Straße am Rand von Siem Reap. Hier schlägt das Street-Food-Herz der Stadt. Dutzende und mehr Stände reihen sich am Straßenrand aneinander. Hier gibt es alles, was die kambodschanische Straßenküche zu bieten hat.

Das bisschen Staub schadet nicht! Am Straßenrand bäckt diese Frau Krabbenchips und bietet sie, in Tüten verpackt, zum Kauf an.

Wir kaufen an einem Stand Drachenfrüchte und an einem anderen mehrere Stücke Durian. Ein paar Meter weiter erstehen wir Krabbenchips, die eine alte Frau im Straßenstaub hockend über dem offenen Feuer bäckt. Kurz darauf landen in der Eierschale gedämpftes Rührei und Nompang, ein Baguette mit Schweinefleisch, auf dem Menü des heutigen Abends.

Der Inhalt der Eier wird über ein centstückgroßes Loch entnommen, kräftig mit Salz und Pfeffer gewürzt und durch die Öffnung wieder in die Schale gefüllt, anschließend werden die Eier im Dampf gegart.

Unsere Einkaufstour schließen wir an einem Barbecue-Stand ab. Hier wird alles gegrillt, was die kambodschanische Fauna zu bieten hat. Von den Fröschen rät Deborah ab, da die Bambusstängel, zwischen denen die Frösche eingespannt sind, verkohlt sind. Die Frösche sind nicht mehr ganz frisch, folgert sie daraus. Ebenso wenig rät sie zu den Schlangen, die sehr zäh und geschmacksarm wären. Wir erstehen schließlich mehrere Spieße mit gegrilltem Geflügelfleisch.

Dinner am Straßenrand

Auf dem gegenüberliegenden Straßenrand haben die Standbetreiber bunte Reismatten ausgebreitet, auf denen sich die Kambodschaner zum Essen niederlassen. Wir tun es ihnen gleich und breiten unsere Einkäufe aus. Um uns herum pulsiert der Nachtmarkt und wir kosten von den ganzen Leckereien.

Auf einer Reismatte am Straßenrand erzählt Deborah über kambodschanisches Essen und das Leben in Kambodscha

Deborah erzählt, wie sie nach dem Tod ihres Mannes ihre Heimat Australien verließ und in Siem Reap einen Neuanfang wagte. Wir unterhalten uns über den kambodschanischen Alltag, exzentrische Hotelgäste und unsere Eindrücke des Abends. Deborah macht sich in Gedanken Notizen für künftige Touren.

Als wir unser Mahl beenden und wieder in Richtung Hotel aufbrechen, ist noch längst nicht alles aufgegessen. Aber an Tüten zum Einpacken mangelt es ja nicht.

Unsere Bewertung

Auf keinen Fall verpassen! Die Street-Food-Tour bietet nicht nur leckeres Essen – es ist auch sehr unterhaltend, den Abend mit Deborah zu verbringen.

Auf der Landkarte

  1. River Garden Boutique Hotel

    http://www.therivergarden.info

  2. Street-Food-Nachtmarkt

Tipps und Erfahrungen

  • Die Street-Food-Tour kostet pro Person 25 Dollar (Update 2017: 35 Dollar).
  • Im Preis sind ein Abhol- und Bringservice zwischen dem River Garden Hotel und der eigenen Bleibe enthalten, was den Fahrer jedoch nicht davon abgehalten hat, die Fahrt zu unterbrechen und Fahrgeld zu verlangen.

Kommentare zu diesem Artikel

Stefan schrieb am

Es scheint, als wäre das Hotel geschlossen. Zumindest meint Google das.

Ich habe gerade nachgesehen und festgestellt, dass sich die URL des Hotels geändert hat. Im Artikel habe ich sie bereits angepasst. Auf der Website findet sich ein aktuelles Sonderangebot für Juli bis September 2017. Hotel und Street Food Tour scheint es also noch zu geben. Viel Spaß!

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