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Kambodscha

Rezept für Kuy Teav: Frühstück in Kambodscha

Einen Start in den Tag ohne Kuy Teav ist in Kambodscha undenkbar. Für Europäer klingt das zunächst sonderbar: eine Schale dampfender, pikant gewürzter Suppe zum Frühstück? Als wir Kuy Teav zum ersten Mal probiert haben, waren wir bekehrt. Die fein gewürzte, klare Brühe wird mit immer anderen, leckeren Einlagen zum kulinarischen Erlebnis. Eine ordentliche Portion Reisnudeln sorgt dafür, dass man satt und gestärkt in den Tag startet.

Zutaten für Kuy Teav

Für das Schweinefilet

1 Schweinefilet von guter Qualität0,5 TL Salz0,5 TL Pfeffer3 TL Öl (zum Anbraten)

Für die Brühe

400 ml Geflügelfond400 ml Wasser2 cm Ingwerwurzel2 Stangen Zitronengras1 TL Salz2 EL Zucker

Für das Knoblauchöl

4 Knoblauchzehen8 EL Öl

Für die Würzsauce

4 EL Sojasauce4 EL Austernsauce2 EL Palmzucker oder brauner Zucker

Als Suppeneinlage

250 g asiatische Reisnudeln4 Eier1 Bund Frühlingszwiebeln1 Handvoll getrocknete Mu-Err-Pilze (Wolkenohrenpilze)2 TL thailändische Chilipaste
4 Portionen

Kuy Teav – ein gut integrierter Einwanderer

Auch wenn Kuy Teav in Kambodscha zum Alltag gehört und fester Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses ist, handelt es sich um einen kulinarischen Einwanderer. Die reichhaltige Reisnudelsuppe stammt ursprünglich aus China. Einwanderer brachten das Gericht mit in ihre neue Heimat, wo es von der restlichen Bevölkerung schnell übernommen wurde und die ein oder andere Anpassung erfuhr. Die kambodschanische Variante der Frühstückssuppe ist besonders lecker und einfach zuzubereiten.

Die Grundlage für Kuy Teav bildet eine klare Brühe, die dezent gewürzt über eine Portion Reisnudeln gegeben wird. Die zusätzlichen Suppeneinlagen variieren je nach Geschmack und Geldbeutel. Von gekochten Eiern, frischem Gemüse und verschiedenen Saucen bis hin zu Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten ist alles möglich. In unserem Rezept verwenden wir Geflügelbrühe. Die Hauptrolle spielt zartes Schweinefilet, ergänzt durch frische Frühlingszwiebeln und Mu-Err-Pilze.

Das Schweinefilet zubereiten

  1. Das Schweinefilet mit einem scharfen Messer von der Silberhaut befreien. Die dünne Filetspitze abschneiden und anderweitig verwenden. Den Ofen auf 100° C vorheizen.
  2. Öl in einer Pfanne erhitzen und das Fleisch von allen Seiten scharf anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und etwa 30 Minuten im Ofen leicht rosa garen. (Wer sein Fleisch komplett durch bevorzugt, sollte etwa zehn Minuten mehr Zeit im Ofen einplanen.)

Knoblauchöl herstellen

  1. Die Knoblauchzuehen schälen und in Scheiben schneiden.
  2. Das Öl erhitzen und die Knoblauchscheiben bei mittlerer Hitze langsam goldbraun anbraten.
  3. Den Knoblauch aus dem Öl nehmen und das Öl abkühlen lassen.

Die Würzsauce zubereiten

  1. Alle Zutaten mischen und so lange rühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Beiseite stellen.

Die Brühe zubereiten

  1. Den Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Das Zitronengras putzen und längs halbieren.
  2. Geflügelfond und Wasser mit Salz und Zucker aufkochen.
  3. Ingwer und Zitronengras in die Brühe geben und alles 15 bis 30 Minuten simmern lassen. Bei Bedarf Wasser nachgießen.

Kuy Teav anrichten

  1. Die getrockneten Pilze in heißem Wasser quellen lassen.
  2. Die Eier acht Minuten kochen, abschrecken und schälen. Jedes Ei vorsichtig halbieren.
  3. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Das Schweinefilet in etwa fünf Millimeter breite Scheiben schneiden.
  4. Die Reisnudeln nach Packungsanweisung garen, meist benötigen sie nur wenige Minuten in heißem Wasser.
  5. Die Nudeln auf vier Schalen verteilen, jeweils zwei bis drei Esslöffel Sauce und einen Esslöffel Knoblauchöl darüber geben.
  6. Die Schalen mit der Geflügelbrühe füllen und mit den restlichen Zutaten garnieren. Mit Salz, Pfeffer und Chilipaste abschmecken.

Tipps und Erfahrungen

  • Die klassische Suppengrundlage ist Brühe vom Schwein. Je nach Geschmack kann man aber alle Arten klarer Brühe verwenden.
  • Region und Saison bestimmen die Zutaten. Nur die Reisnudeln sind obligatorisch.
  • Besonders reichhaltig ist Kuy Teav in Phnom Penh: Neben Schweinebauch, frittierter Ente und Garnelen gehört hier Blutwurst in die Suppe. Oft werden auch Fischbällchen, Hackfleisch und Kutteln angeboten.

Kommentare zu diesem Rezept

Ramona schrieb am

Tolle Webseite für Kambodscha-Liebhaber wie mich. Ich war auch schon öfter dort und Eure Berichte und Rezepte sind wirklich sehr real. Ich weiß nicht, ob Ihr auch in Kampot gewesen seid, denn von hier kommt der fabelhafte Kampot Pfeffer, den ich jetzt auch immer zuhause habe.
Viel Spass noch bei Euren Reisen.

Vielen Dank für deinen Kommentar. Kampotpfeffer ist tatsächlich sehr lecker und nuancenreich! Im Supermarkt bekommt man ihn schwer, jede anständige Gewürzhandlung hat ihn aber im Sortiment. (Wir haben aus deinem Kommentar einen E-Commerce-Link entfernt, weil wir das Blog bewusst werbefrei halten möchten.)

Berliner Küche schrieb am

Whoa, das sieht ja mega lecker aus! Und liest sich auch ganz köstlich, ich bin begeistert. Überhaupt ist das ein ganz toller Blog hier. :)

Vielen lieben Dank! Das Kompliment für den tollen Blog können wir voll und ganz zurück geben. Bei dir gibt es auch viele leckere Sachen zu entdecken.

Wir freuen uns über deinen Kommentar zu unserem Rezept

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