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Kambodscha

Prasat Banan, der geheimnisumwobene Bergtempel

Die Angkor-Tempel um Battambang galten bis zur Zeit der Roten Khmer als Geheimtipp. Nirgendwo waren die alten Heiligtümer besser erhalten. Das änderte sich, als Pol Pots Schergen über Land und Kultur herfielen. Der Tempel von Phnom Ek galt einst als einer der besterhaltenen Tempel der Angkor-Zeit, wurde jedoch als Folterstätte missbraucht und dabei zum großen Teil zerstört. Doch eines der antiken Heiligtümer trotzte der Landnahme durch die mörderischen Horden: Prasat Banan.

Treppen zum Himmel

Der Bergtempel auf dem Phnom Banan war zu unwirtlich gelegen und zu klein, als dass sich eine Zweckentfremdung oder Zerstörung für die Roten Khmer anbot. Die Unwegsamkeit ist bis heute geblieben. Etwa eine halbe Stunde außerhalb von Battambang gelegen, empfängt uns die Tempelanlage mit einer Treppe, die steil ansteigt und im Blättergeflecht verschwindet.

Sumpf mit Pfahlbauten am Fuß der Treppe zum Prasat Banan

Die Zugangstreppe zu Prasat Banan befindet sich nahe dem Fluß Sangker in einem Sumpf, in dem zwischen üppigen Wasserpflanzen eine Pfahlbautensiedlung liegt. Sie ist flankiert von den Körpern endloser Nagas. Wir wagen den schweißtreibenden Anstieg. Auf mehr als dreihundert Stufen überwinden wir hundert Höhenmeter, bevor wir durch den erstem Turm in den Tempel schreiten.

Die Stufen zum Prasat Banan führen steil bergan

Wandelnde Klimaanlagen

Abgesehen von einer fliegenden Händlerin mit ihren zwei Töchtern sind wir alleine im Tempel. Kaum haben die beiden Mädchen uns erspäht, haften sie sich unerbittlich an unsere Fersen und wedeln uns mit Fächern kühle Luft zu. Die ersten Minuten nach dem Anstieg ist das tatsächlich sehr angenehm. Sehr schnell werden uns die beiden fuchtelnden Schatten jedoch lästig. Die Kinder lassen sich allerdings nicht beirren. Jeder Versuch, sie zum Gehen zu bewegen, führt dazu, dass sie ihre Fächelbemühungen noch verstärken.

Mit dem Fächer wedelt das Mädchen Besuchern des Prasat Banan kühle Luft zu

Das geheimnisumwitterte Heiligtum

Über den Tempel Prasat Banan ist wenig bekannt. Gesichert ist seine Entstehung im elften Jahrhundert. Über seine Erbauer hingegen ist nichts überliefert. Im Tempel finden sich hinduistische und buddhistische Symbole und Darstellungen. Es wird vermutet, dass der Tempel als hinduistisches Heiligtum erbaut und später dem Buddhismus umgewidmet wurde.

Die fünf Türme von Prasat Banan ragen wie aus Bauklötzen aufgeschichtet wackelig in den Himmel. Der Hauptturm in der Mitte des Tempels wurde aus Sandstein gebaut, die flankierenden Nebentüre aus Laterit. Vor allem die Quader aus Laterit sind stark verwittert: An mehreren Stellen warnen uns gelbe Hinweisschilder davor, den einsturzgefährdeten Gemäuern bloß nicht zu nahe zu kommen.

Die Nebentürme des Prasat Banan sind aus Laterit-Gestein erbaut, das über die Jahrhunderte stark verwittert ist

Der Tempel lag, wie so viele Ruinen aus der Angkor-Zeit, lange im Dornröschenschlaf. Doch trotz seiner Abgeschiedenheit gingen auch an Prasat Banan die Plünderungen der Kunsträuber nicht spurlos vorüber. Vielen Statuen fehlen die Köpfe, die über den Schwarzmarkt in privaten Kunstsammlungen in aller Welt gelandet sind.

Der aus Sandstein erbaute Hauptturm des Prasat Banan. Die steinerne Tänzerin auf der linken Seite des Eingangs wurde von Kunsträubern enthauptet.

Die Weiten von Battambang

Vom Plateau des Phnom Banan aus genießen wir eine herrliche Sicht auf das Flachland von Battambang. Auf er einen Seite schlängelt sich der Fluß Sangkar durch fruchtbare Reisfelder, auf der anderen Seite erhebt sich in der Ferne der Phnom Sampeau mit seinen Bergklöstern – unser nächstes Ziel.

Auf der Landkarte

  1. Prasat Banan Tempel

Tipps und Erfahrungen

  • Der Eintritt kostet zwei Dollar, das Ticket gilt auch für den Phnom Sampeau und das Wat Phnom Ek.
  • Auf der Rückseite des Phnom Banan liegt ein enges Höhlensystem, das wir aus Zeitgründen allerdings nicht besichtigt haben.
  • In der direkten Nachbarschaft liegt Kambodschas einziges Weingut.

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