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Kambodscha

Phnom Penh: Königspalast und Silberpagode

Königspalast und Silberpagode sind die touristischen Hauptattraktionen in Phnom Penh. Neben dem Völkermordmuseum haben wir nirgendwo mehr ausländische Besucher auf einem Haufen gesehen, als in den königlichen Anlagen.

Die Hallen des Königs

Unweit des Besuchereingang klettern wir aus dem Tuk-Tuk. Nach unserem ausgedehnten Besuch im Nationalmuseum fragt Pros vorsichtig, wie lange wir den Palast besichtigen möchten. So genau können wir ihm das nicht sagen. Wir vereinbaren, dass er am Ausgang aus uns wartet.

Vor den beiden Kartenverkaufsstellen haben sich lange Schlangen gebildet. Glücklicherweise ist der Bereich überdacht. Es geht schleppend voran. Zum einen werden immer wieder Besucher abgewiesen, die mit kurzen Hosen oder knappen Oberteilen auf das Palastgelände wollen. Das Personal hält kostspielige Überziehkutten bereit, deren Auswahl seine Zeit beansprucht. Zum anderen drängeln sich immer wieder Reisegruppenleiter vor und lotsen nach dem Lösen der Gruppenkarte ihre Schützlinge an den Wartenden vorbei.

Nach über dreißig Minuten in der Warteschlange halten wir unsere Eintrittskarten in den Händen. Durch ein vergleichsweise unscheinbares Tor gelangen wir auf das Gelände des Palasts.

Der Besuchereingang des Königspalastes

Der Königspalast wurde Ende des 19. Jahrhunderts für König Norodom errichtet. Initiatoren waren die französischen Kolonialherren, denen an der Verlegung des Königssitzes von Undong nach Phnom Penh gelegen war.

Das beherrschende Gebäude am Hof ist der Thronsaal. Vor ihm tummeln sich Besucherscharen. In der weitläufigen Parkanlage ist ansonsten wenig los – wobei nicht alle Bereiche zugänglich sind. Der Thronsaal darf nicht betreten werden. Wir spähen durch die geöffneten Türen in die Halle. Fotoaufnahmen sind nicht gestattet, worauf das Personal penibel achtet.

Thronhalle des Königspalastes

Neben dem Thronsaal liegen zwei weitere Gebäude im öffentlich zugänglichen Bereich des Königspalasts: Die Banketthalle und eine Villa, in der die französische Kaiserin Eugenie während der Eröffnung des Suezkanals residierte. Nachdem das Gebäude dort nicht mehr gebraucht wurde, demontierte die französische Regierung es kurzerhand und verschiffte es als Geschenk nach Kambodscha. Während unseres Besuchs ist die Villa allerdings eingerüstet und liegt hinter grünen Sicherheitsnetzen verborgen.

Die Silberpagode, das Wat des Smaragdbuddhas

Vorbei an Kaiserin Eugenies Ex-Villa gelangen wir durch durch das Nordtor auf das Gelände der Silberpagode. Die Silberpagode wird von einer Mauer umsäumt, die in der Mitte der Mauern jeweils ein kleines Torhaus besitzt. Der Mauergang ist verziert mit Szenen aus dem indischen Ramayana-Epos.

Eines der vier Torhäuser der Silberpagode
Szene aus dem Ramayana im Mauergang der Silberpagode
Ausschnitt: Überfall eines Dämons

Nach dem prächtigen Innenhof des Nationalmuseums und dem großzügigen Park um den Königspalast sind wir von den Betonplatten im Hof der Silberpagode enttäuscht. Lieblos und etwas heruntergekommen liegt eine Betonwüste vor uns, in der deren Mitte sich die Silberpagode erhebt. Verstreut um die Pagode stehen Pflanztröge, gigantische Königsstupas, ein Reiterstandbild Norodoms und ein Modell von Angkor Wat.

Mit buddhistischen und hinduistischen Motiven verzierte Stupa des Königs Norodom im Hof der Silberpagode

Ein Königreich für einen Lastzug Silberpolitur

Hatten wir den Hof fast für uns alleine, herrscht am Eingang der Silberpagode Besucherandrang. Wir erklimmen die Stufen und tauchen ein in eine Wolke aus muffigem Geruch. Die Pagode darf nicht mit Schuhen betreten werden. Vor der Tür liegen Schuhe unterschiedlichster Provenienz verteilt.

Wir streifen unsere Schuhe ab und betreten die Silberpagode. Der Name der Pagode bezieht sich auf über 5.000 Silberplatten, mit denen der Boden gefliest ist. Von diesen Platten ist aber wenig zu sehen, der größte Teil der Fläche ist mit Filz ausgelegt. Die wenigen Quadratmeter Silberboden sind dunkelgrau angelaufen, sodass von der ursprünglichen Pracht der Pagode wenig zu sehen ist.

Die Silberpagode dient als nationale Schatzkammer. Sie ist vollgestopft mit teurem Krimskrams, das die kambodschanischen Könige über die Zeit zusammengetragen haben. Das Regime Pol Pots nutzte die Silberpagode zur Propaganda, weshalb nicht eine der Kostbarkeiten abhanden kam.

Wir schieben uns in einem Pulk Koreaner an einem massivgoldenen Buddha vorbei, der mit knapp 10.000 Diamanten verziert ist. In der Pagode herrscht absolutes Fotografierverbot, was bei den Koreanern sichtbare Schmerzen verursacht. Wir sind von Gold und Geschmeide wenig beeindruckt, zumal die Stücke lieblos in den Raum gepfercht sind.

Am Ausgang steht Pros und winkt uns zu. Wir wollen an den Mekong, der sich vor den Toren des Palasts mit dem Tonle Sap vereint. Doch Pros hat eine bessere Idee …


Unsere Bewertung

Königspalast und Silberpagode gelten als touristische Höhepunkte. Das Palastgelände ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Es ist allerdings schwer, sich auf die Geschichte des Königshauses einzulassen, da Horden von Besuchern führungslos durch die Anlage trampeln.

Auf der Landkarte

  1. Königspalast

    Samdech Sothearos Boulevard
    Phnom Penh

  2. Silberpagode

Tipps und Erfahrungen

  • Keine kurzen Hosen oder knappe Oberteile anziehen, ansonsten wird es teuer. Bei Frauen wurden selbst um die Schultern gebundene Tücher abgelehnt.
  • Der Eintritt kostet 6,25 $ pro Person. Manche Reiseführer erwähnen Extragebühren für Fotoapparate und den Besuch der Silberpagode. Wir haben nichts davon bezahlt.

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