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Kambodscha

Lecker auf Kambodschanisch: unser Kochkurs in Siem Reap

Nach unserem Street-Food-Ausflug wollen wir selbst kochen. Im Restaurant »Le Tigre de Papier«, gelegen an Siem Reaps berüchtigter Pub Street, findet vormittags die »Angkor Cooking Class« statt. Die Besonderheit dieses Kochkurses ist, dass jeder Teilnehmer ein Hauptgericht aus der regulären Karte des Restaurants auswählt, das er kochen möchte.

Anders als in der Cambodia Cooking Class in Phnom Penh kochen nicht alle Teilnehmer das gleiche Rezept, was ein spannendes Durcheinander verspricht. Wir entscheiden uns für frittierte Frühlingsrollen und Bananenblütensalat. Die vegetarischen Frühlingsrollen der Cambodia Cooking Class waren so umwerfend gut, dass wir unsere Kenntnisse mit einem anderen Rezept – diesmal mit Schweinefleisch – vertiefen möchten.

Die Markthallen von Siem Reap

Der Kochkurs beginnt mit einem Streifzug durch die städtischen Markthallen. Hier gibt es alle erdenklichen Lebensmittel: von Obst und Gemüse, über Fleisch und Fisch bis hin zu Gewürzen und Saucen.

Vor dem Kochkurs geht es auf den Markt: Fleischhändlerin in den Markthallen von Siem Reap

Es liegt ein abenteuerlicher Duft in der Luft. Wo Obst und Gemüse angeboten werden, riecht es fruchtig, wo Gewürze die Auslagen beherrschen, da duftet es betörend nach ätherischen Ölen und intensiven Aromen. Die Umgebung der Fleischstände beherrscht dafür ein bestialischer Gestank.

Uns bleibt kaum Zeit, all die Eindrücke aufzunehmen, so schnell eilt unsere Kursleiterin durch die Hallen. Einkaufen muss sie nichts mehr: Die Zutaten für den Kochkurs kommen aus den Vorräten des Restaurants, die jeden Morgen kurz nach Sonnenaufgang aufgefrischt werden. Die Führung über den Markt endet nach einer halben Stunde, für Erklärungen bleibt wenig Zeit.

Heinzelmännchen und Wirbelwind

Während wir uns auf dem Markt getummelt haben, waren Heinzelmännchen in der Küche zugange. Als wir dort eintreffen, stehen Körbchen bereit, in denen die geputzten Zutaten für jeweils eines der ausgesuchten Gerichte liegen.

Ohne Schnippeln und Stampfen geht in der kambodschanischen Küche nichts

Was jetzt folgt, ist eine logistische Meisterleistung. Alle beginnen gleichzeitig zu schälen, schnippeln und hacken. Die Kursleiterin leitet hier an und gibt dort einen Tipp, assistiert dem einen Teilnehmer und besorgt dem anderen eine doch noch fehlende Zutat. Irgendwie schafft sie es, dass ein Dutzend Gerichte parallel entstehen, es nirgends stockt und alle Kursteilnehmer zufrieden sind.

Zum Abschluss keine Krönung

Als Nachtisch soll es auf unseren Vorschlag hin Bananen in Tapiokasauce geben. Vorgestern waren wir im Restaurant Chanrey Tree und haben dort ein umwerfendes Dessert gekostet: Tapiokapudding mit karamellisierten Bananen und Mangoeis. Wir sind gespannt, ob das Rezept des Le Tigre de Papier jenem aus dem Chanrey Tree das Wasser reichen kann.

Wir werden bitter enttäuscht! Die Kursleiterin rührt einen flüssige Sauce aus Tapiokaperlen und Kokosmilch an, brät daumendicke Bananenstücke an und versenkt diese in der Tapioka-Kokos-Sauce. Das Dessert schmeckt wie im Förderband-Asia-Restaurant eines zweitklassigen Einkaufscenters (und das bedeutet: schlecht).

Selbst gekocht im Restaurant

Das Ergebnis des Kochkurses: unser Bananenblütensalat

Nachdem das letzte Gericht gekocht ist, sitzen alle Teilnehmer zusammen im Restaurant und kosten reihum die Ergebnisse. Alles schmeckt lecker, wenn auch die ganz große Aromenexplosion, die wir an der kambodschanischen Küche schätzen gelernt haben, nicht stattfindet. Aber irgendeinen Einfluss muss die Pub Street ja auch haben.

Unsere Bewertung

Die Cooking Class in Siem Reap macht Spaß, auch wenn der Marktbesuch eher zum Pflichtprogramm gehört und die Rezepte das Standardrepertoire kambodschanischer Touristenlokale darstellen.

Auf der Landkarte

  1. Le Tigre de Papier

    Pub Street
    Siem Reap
    http://www.angkor-cooking-class-cambodia.com

  2. Markthallen in Siem Reap

Tipps und Erfahrungen

  • Der Kochkurs im Le Tigre de Papier kostet pro Person 14 $, Getränke kosten extra.
  • Rechtzeitig kommen lohnt sich. Ihr bekommt mit, was die anderen Teilnehmer kochen und könnt euch bei der eigenen Wahl Zeit lassen.
  • Auf der Website der Angkor Cooking Class gibt es Rezepte, zum Teil mit Video. Die Angaben sind allerdings etwas vage.

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