Food.
Travel.
Blog.
Kambodscha

Beach Life in Sihanoukville

Es wird Zeit, Abschied zu nehmen von den Tempeln Angkors. Mit einer Propellermaschine der Cambodia Angkor Air fliegen wir über Tonle Sap und Kardamomgebirge an den Golf von Siam. Am abgelegenen Otres-Beach haben wir ein schickes Boutique-Hotel gebucht, um uns nach dem Trubel der vergangenen Tage etwas Ruhe zu gönnen.

Sihanoukville und die kleine Hafennutte

Bereits zur französischen Kolonialzeit war Sihanoukville als »Côte d’Azur Kambodschas« beliebt bei Erholungssuchenden. Vom Glanz dieser vergangenen Tage ist allerdings nicht viel geblieben, da die Roten Khmer die prächtigen Kolonialbauten systematisch zerstörten.

Nach der Unabhängigkeitserklärung enstand in Sihanoukville der einzigen Tiefwasserhafen des Landes. Wie es sich für eine Hafenstadt gehört, bildete sich schnell eine Melange aus Spielhöllen, Prostitution und Drogenszene.

Während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer kam das öffentliche Leben im Land zum Erliegen. Auch in Sihanoukville gingen die Lichter aus und die Gegend versank in einem Dornröschenschlaf.

Das hässliche Gesicht des Tourismus

Das Wiedererblühen Sihanoukvilles als Urlaubsziel begann kurz nach der UN-Blauhelmmission. Westliche Rucksacktouristen entdeckten die Strände Sihanoukvilles für sich und feierten ein neues, südostasiatisches Goa.

Sihanoukville stellt sich auf die neue Tourismuskundschaft ein

Backpacker sind häufig die Vorboten eines gediegeneren Tourismus. Sie wecken das Interesse der Bewohner für die ausländischen Gäste und regen erste Investitionen in die touristische Infrastruktur an. Gestützt durch eine ausgeprägte Expat-Szene aus Tourismus-Entrepreneuren, Aussteigern und Tagedieben entwickelte sich Sihanoukville zum Hotspot des aufkommenden Massentourismus in Kambodscha.

Momentan vollzieht sich der Übergang vom Backpacker-Paradies zur Bettenburgdestination für Pauschaltouristen. Am Hauptstrand Sihanoukvilles, dem Serendipity Beach, stehen Liegestühle und Sitzgruppen dicht an dicht. Die Szenerie könnte den Massenzielen Italiens oder Spaniens entstammen, herrschte nicht ein anarchischer Flair vor, gewürzt von Bierdunst, Frittierdämpfen und Haschischwolken.

Bedrohtes Strand-Paradies

Doch es gibt auch ein anderes Sihanoukville. An den abgelegenen Ecken und auf den vorgelagerten Inseln gibt es noch von den Horden verschonte Plätze voller Schönheit und Ruhe. Die Wege dorthin sind holprig, die Unterkünfte oft klein und einfach. Doch seit einiger Zeit brodelt die Gerüchteküche, internationale Großinvestoren würden ihre Finger nach diesen Paradiesen ausstrecken und riesige Hotelkomplexe errichten wollen.

Wir genießen ein paar ruhige Tage am Strand. Nur wir, unsere E-Book-Reader, warmer Sand zwischen den Zehen und ein kühler Drink neben uns. Wir und noch ein Dutzend andere Gäste. Und natürlich der herumstromernde Hotelhund Cookie, der die Kühe verbellt, die ab und an über den Strand trotten.

Auf der Landkarte

  1. Airport Sihanoukville

    http://www.kos.aero

  2. Serendipity Beach

  3. Otres Beach

Tipps und Erfahrungen

  • Direkt am Flughafen gibt es keine Taxis oder Tuk-Tuks, nur einen überteuerten Bus, der die Hotels in Sihanoukville anfährt. Ziele außerhalb Sihanoukvilles, wie der Otres-Beach, werden nicht bedient. Außerhalb des Flughafengeländes, etwa hundert Meter von der Vorfahrt entfernt, warten jedoch einige Tuk-Tuks.
  • Sihanoukville ist von Phnom Penh per Bus, Mini-Van oder Taxi erreichbar. Von und nach Siem Reap gibt es zusätzlich einen täglichen Linienflug der Cambodia Angkor Air. Die Bahnstrecke Phnom Penh – Sihanoukville wurde zwar instandgesetzt, wird aber nur für den Güterverkehr genutzt.

Wir freuen uns über deinen Kommentar zu unserem Artikel

Da schau her!

Phnom Sampeau: Heiligtümer, Tempelaffen und skrupellose MörderDisneyland Cambodia: Der Bamboo TrainYangnyeom tongdak: Streetfood made in Korea