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Kambodscha

Vampire über Battambang

Der Kalkstein des Phnom Sampeau ist durchsetzt von Karsthöhlen. Manche dieser Höhlen werden von Menschen genutzt, die meisten sind jedoch sich selbst überlassen. Eine dieser wilden Höhlen liegt am Fuß der Treppen, die zu den Wats auf dem Gipfel des Berges führen. Mit Einbruch der Dämmerung ereignet sich hier allabendlich ein spektakuläres Schauspiel: die Höhlenbewohner schwärmen aus zur Jagd!

Das Tor im Berg

Es dämmert bereits, als wir unterhalb der Grotte ankommen. Längs des Wegs verläuft eine Mauer, an der schon eine Handvoll Menschen wartet. Wir sehen uns um. Der Höhleneingang hat die Form einer riesigen Mango und liegt unzugänglich in der Steilwand des Phnom Sampeau. Die letzten Sonnenstrahlen beleuchten das Portal im Gestein, von dem ein dunkler Gang ins Innere des Berges führt.

Jenseits der Mauer, entfernt hinter uns, liegen Häuser, die im Zwielicht knochiger Bäume kaum zu erkennen sind. Zwischen den kahlen Stämmen scharen sich überwucherte Hügel um ein gemauertes Häuschen.

Ein gespenstischer Schauplatz

Wir umrunden die Mauer und stehen im Halbdunkel zwischen den Bäumen. Ein warmer Windhauch trägt ein kurzes hohes Kreischen zu uns herüber. Das Häuschen hat eine verrostete Luke, an der wir beim Näherkommen kohlenschwarze Rauchspuren entdecken.

Die Hügel entpuppen sich als verwahrloste Gräber rund um die Stätte, an der Tote verbrannt werden. Wir verlassen den Friedhof und nehmen unseren alten Platz jenseits der Mauer ein. Wie aus dem Nichts stehen plötzlich drei einheimische Kinder neben uns. Der Jüngste mag vielleicht drei Jahre alt sein, die Älteste sieben.
»Do you like bats?«, fragt uns die Älteste.
Wir bestätigen, dass wir Fledermäuse mögen. Sie nickt zufrieden und hangelt sich neben uns auf die Friedhofsmauer.

Ein breiter Strom Fledermäuse verlässt die »Bat Cave«. Etwa eine Million Fledermäuse leben in der Höhle im Phnom Sampeau.

»They are coming!«

Mit den alten Gräbern im Rücken starren wir gebannt auf die klaffende Wunde im Fels. Erneut hören wir Geräusche. Das Kreischen wird lauter und vielstimmiger. Zwei Fledermäuse flattern aus der Höhle und verschwinden zwischen den Bäumen. Drei weitere folgen und wenige Flügelschläge später ein ganzes Dutzend.

Das Kreischen im Berg schwillt an. Plötzlich bricht eine Welle aus Fledermäusen ins Freie. In einem kontinuierlichen Strom flattern an die Hundert Fledermäuse pro Sekunde aus dem Berg und fliegen in einem Bogen über den Friedhof hinweg in die Tiefebene von Battambang. Die Luft ist erfüllt vom ledernen Schlagen tausender Flügel.

Wie kräuselnder Rauch einer erlöschenden Kerze fliegt der nicht enden wollende Schwarm als schwarze Wolke über das Land. Angeblich dauert es eine Dreiviertelstunde, bis alle Tiere ihr dunkles Quartier verlassen haben.

Nach einiger Zeit machen wir uns auf den Heimweg. Ein Blick zurück zeigt die verlöschende Glut der untergehenden Sonne über den Felsen des Phnom Sampeau. Noch immer steigen Fledermäuse über dem Friedhof auf und nehmen den Nachthimmel in Besitz.

Unsere Bewertung

Das Ausschwärmen der Fledermäuse ist beeindruckend: Bei Einbruch der Dämmerung fliegen die kleinen Jäger in einem gleichmäßigen Schwarm über eine Dreiviertelstunde lang aus ihrer Wohnhöhle.

Auf der Landkarte

  1. Bat Cave am Phnom Sampeau

Tipps und Erfahrungen

Rufen oder lautes Klatschen vor dem Höhleneingang bringt den Schwarm durcheinander und die Wolke aus Fledermäusen verändert kurz ihre Form.

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