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Angkor: Tipps gegen die Tempelmüdigkeit

Irgendwann ereilt es jeden Angkor-Besucher: Ein Tempel sieht aus wie der andere. Die Schritte schleppen sich so träge dahin, wie die Augen müde über die Ruinen gleiten. Ein klarer Fall von Tempelmüdigkeit. Doch es ist möglich, der gefürchteten »temple fatigue« zu entgehen: Abwechslung ist gefragt! Wir haben sechs Tipps zusammengetragen für den Besuch in Angkor.

Tipp 1: Fotografieren gegen Tempelmüdigkeit

Angkors Tempelruinen wurden bereits millionenfach fotografiert. Die Türme Angkor Wats vor der aufgehenden Sonne verteidigen mühelos ihren Platz in der Hitliste der meistfotografierten Postkartenmotive der Welt.

Wer sich auf die Suche nach neuen, unverbrauchten Motiven begibt, sieht die Tempel mit neuen Augen. Überall lassen sich kleine Verzierungen, pittoresk eingestürzte Mauern und spinnwebenverhangene Kleinodien entdecken.

Eine riesige Würgefeige hat im Angkor-Tempel »Ta Prohm« Wurzeln geschlagen. Die verwunschenen Mauern dienten als Set für den Film »Tomb Raider«, was den Tempel zum absoluten Besuchermagneten macht.

Es ist eine alte Weisheit, dass, wer fotografiert, die Dinge mit anderen Augen sieht. Sie gilt auch in Angkor. Während das große Ganze der Tempel schnell eintönig wird, warten überall spannende Details auf ihre Wiederentdeckung.

Einige dieser Details haben es zu eigener Berühmtheit gebracht. So ziehen im Tempel »Ta Prohm« ein umrankter Apsarakopf und ein Stegosaurier-Relief Menschentrauben an.

Tipp 2: Siem Reap ist der Ort für ein gutes Hotel

Die denkbar schlechteste Idee ist, morgens zu den Tempeln von Angkor aufzubrechen und abends wieder heimzukehren. Sie garantiert nicht nur brütende Mittagshitze, sondern auch Touristenhorden, die lärmend und schubsend durch die Tempel pilgern.

Hier ist antizyklisches Verhalten gefragt! Am besten früh morgens, kurz vor Sonnenaufgang aufbrechen, zu einem späten Frühstück ins Hotel zurückkehren und dort am Pool ausgiebig Siesta halten, um die Tempel am späten Nachmittag erneut zu besuchen.

Richtig Spaß macht das nur, wenn man ein schönes Hotel gebucht hat und nicht nur eine triste Übernachtungsmöglichkeit.

Eine riesige Würgefeige thront über (und auf) dem Tempel »Ta Prohm« in Angkor

Tipp 3: Die schwimmenden Dörfer des Tonle Sap

Die Tempel von Angkor sind von Touristen bevölkert. Nur mit einigen Tricks schafft man sich ruhige Momente, um ungestört in die Atmosphäre der Ruinen einzutauchen und das Leben der Menschen im Angkorreich heraufzubeschwören. Dennoch bleiben die Tempel verlassen und gespenstisch.

Äußert lebendig geht es dafür in den schwimmenden Dörfern auf dem Tonle Sap zu. Die Menschen leben in einer eigenen Welt auf und mit dem Wasser. Von Siem Reap aus werden Ausflüge in ein schwimmendes Dorf angeboten – Touristennepp inklusive.

Ganz anders sieht es aus auf dem Linienboot von und nach Battambang. Das Boot fährt durch die Siedlungen des Tonle Sap und Sangker-Deltas und bei zahlreichen Stopps findet ein reger Austausch von Waren und Passagieren statt.

Das Leben findet auf dem Wasser statt. Überall im Sangker-Delta finden sich kleine Siedlungen mit Hausbooten.

Tipp 4: Raus auf die Straße

Auf der Straße spielt sich das Leben ab. Hier wird nicht nur transportiert, sondern auch motorisiert flaniert und gegessen. Wie überall ins Südostasien ist Street Food fest verankert im täglichen Leben. Es lohnt sich, die Jagd nach Sehenswürdigkeiten zu unterbrechen und in den Trubel der Straßen einzutauchen. Es gibt eine Menge zu beobachten und ebenso viel zu probieren.

In Siem Reap ist die Hemmschwelle, an dem Treiben teilzunehmen, besonders niedrig, kann man sich doch einer geführten Street Food Tour anschließen. Diese birgt zwar ein gewisses Durchfallrisiko, ist auf jeden Fall aber spannend und lecker. (Und wenn schon: Einen anständigen Durchfall haben wir uns noch auf jeder Südostasienreise eingefangen. Der ist zugegeben heftig, dafür aber meist auch schnell wieder vorbei.)

Tipp 5: Reinschnuppern in die kambodschanische Küche

Kambodschanisches Essen schmeckt umwerfend gut und zieht jeden Besucher in seinen Bann. Warum sich nicht selbst an klassischen Rezepten der kambodschanischen Küche versuchen? Das Restaurant »Le Tigre de Papier« bietet einen passablen Kochkurs an, der mit Sicherheit Spaß macht und Abwechslung in den Tempelmarathon bringt.

Go for it: In der Angkor Cooking Class des Restaurants »Le Tigre de Papier« geht es auf Tuchfühlung mit der kambodschanischen Küche

Tipp 6: Proleten in freier Wildbahn

Sie sollte nicht unerwähnt bleiben, die berüchtigte Mallorcameile von Siem Reap. Hier findet sich alles, was Pauschaltouristen und klamme Backpacker mögen: Billige Touristenrestaurants, lärmende Bars und halbseidene Spas. All das hat natürlich nichts mit Kambodscha zu tun – in der Pub Street amüsiert man sich nach internationalen Standards auf unterstem Niveau. Aber gucken kann man ja mal …

Auf der Landkarte

  1. Tempel Preah Khan

  2. Tempel Ta Prohm

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