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Kambodscha

Ein Streifzug durch Angkor Thom

Die vielgesichtigen Türme und Tore Angkor Thoms sind nicht weniger bekannt als die Turm-Silhouette von Angkor Wat. Der riesige Bezirk war die letzte Hauptstadt des Angkor-Reiches, in der mehrere Millionen Menschen lebten. Heute drängen sich Touristen in den Ruinen der alten Khmer-Tempel.

Angkor Thom, die Millionenstadt

Angkor Thom ist umgeben von einer quadratischen Stadtmauer, deren Kantenlänge jeweils mehr als vier Kilometer beträgt. In der Mitte jeder Mauer befindet sich ein Stadttor, das die charakteristischen vier Gesichter zeigt, die nach Nord, Süd, Ost und West starren. Die Gesichter stellen nicht etwa den Erbauer Angkor Thoms dar, König Jayavarmans VII., sondern einen buddhistischen Bodhisattva. Allerdings ist anzunehmen, dass die Gesichtszüge des Königs den Steinmetzen als Vorbild dienten.

Das Gesicht Lokesvaras, eines buddhistischen Bodhisattvas, ist im Bayon-Tempel in Angkor Thom allgegenwärtig

Berg und Tempel

Innerhalb der Stadtmauern Angkor Thoms befinden sich die Ruinen mehrerer Tempel aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Weltliche Gebäude aus der Angkor-Periode sind nicht erhalten, da Stein als Baumaterial sakralen Gebäuden vorbehalten war und ansonsten nur mit Holz gebaut wurde. Es ist kaum vorstellbar, dass einst dort, wo heute Affen durch die dichte Vegetation tollen, eine Hütte an der nächsten stand und ein reges Stadtleben herrschte.

Der Haupttempel Angkor Thoms ist der Bayon-Tempel, der sich genau im Zentrum der Stadt befindet. Der Bayon erscheint auf den ersten Blick viel kompakter als Angkor Wat, beim Begehen fällt aber auf, dass der Tempel mit seinen Galerien, Ebenen und Raumfluchten wesentlich filigraner und komplexer aufgebaut ist, als Angkor Wat – wenn auch dieser deutlich besser erhalten ist.

Sieht der Hauptturm des Bayon-Tempels in Angkor Thom aus der Ferne mächtig und massiv aus, besteht er doch aus filigraner Architektur

Wie Angkor Wat orientiert sich der Bayon am hinduistischen Weltbild, wobei die Tempel den Berg Meru darstellen. Der Bayon war jedoch, dem persönlichen Glauben des Königs folgend, dem Buddhismus geweiht.

Ein Haufen Steine und ein liegender Buddha

Nördlich des Bayon liegt der Baphuon-Tempel. Ihm war weniger Glück beschieden, da die Baumeister die pyramidenförmige Konstruktion falsch einschätzten und der Tempel im Laufe der Jahrhunderte einstürzte. Sein heutiges Aussehen verdankt er französischen Restauratoren, die zwischen 1960 und 2011 den Tempel zunächst Stein für Stein auseinander nahmen und anschließend wieder zu seiner ursprünglichen Gestalt aufschichteten.

Man muss schon genau hinsehen, bis man das Gesicht des liegenden Buddhas am Baphuon-Tempel in Angkor Thom erkennt

Anders als der Bayon-Tempel, besteht der Baphuon nicht aus Galerien und Innenräumen, sondern ist massiv auf einen aufgeschichteten Erdwall gebaut. Er symbolisiert damit ebenfalls den Berg Meru, der in der hinduistischen Mythologie als Sitz der Götter beschrieben wird. Ursprünglich war der Tempel Shiva geweiht, wurde aber zum buddhistischen Heiligtum umgebaut, was die verwitterten Reste eines gigantischen liegenden Buddhas eindrucksvoll belegen.

Das versteckte Angkor Thom

Auch hier hat die Natur den Platz zurückerobert: Mauerreste im weitläufigen Areal von Angkor Thom

Der wahre Reiz von Angkor Thom liegt abseits der Hauptattraktionen. Jeder Quadratmeter Land ist durchzogen von Geschichte, die entdeckt werden will. Ein Spaziergang an der Stadtmauer oder zu dem kleinen Tempel Preah Palilay nördlich des Baphuon birgt Einblicke in das Angkor abseits perfekt erschlossener Touristenattraktionen.

Unrestauriert und unbeachtet liegt der kleine Tempel Preah Palilay im Dschungel von Angkor Thom. Oben links spickt der rote Gefahrenhinweis durch die Blätter.

Überall dort, wohin sich asiatische Reisegruppen nicht verirren, kommt Entdeckergefühl auf. Zwischen morastigen Wasserbecken und überwucherte Mauern wartet das authentische Angkor darauf, gefunden zu werden.


Unsere Bewertung

Die Tempel Bayon und Baphuon sind vergleichsweise überbewertet, völlig überlaufen und wenig stimmungsvoll. Wir empfehlen nur einen Kurzbesuch. Angkor Thom entfaltet seinen Reiz erst abseits der Hauptsehenswürdigkeiten.

Auf der Landkarte

  1. Tempel Bayon

  2. Tempel Baphuon

  3. Tempel Preah Palilay

  4. Stadttor Richtung Angkor Wat

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